„Minder progressiver Beitrag zur Youtube-GEMA-Keilerei“ ODER „Die Rettung naht“

Generell kennt heute ja sowieso schon jeder das Problem, dass es auf Youtube keine Videos mehr zu sehen gibt. Kaum kommt das kleinste Stück unverfremdete Musik darin vor, bekommt man direkt eine Blocknachricht von Youtube übermittelt, dass die GEMA – „diese hundsgemeinen Schweine“ (unbestätigtes Youtube-Zitat Ende) – die erforderlichen Musikrechte an dem Video nicht eingeräumt hat.

Na dann heul doch, liebes Youtube. Das ist für dich so schade wie für uns – du bekommst weniger Werbeeinnahmen und Webseitenaufrufe, die Nutzer bekommen weniger Musik und ein eingeschränktes Interneterlebnis. Läge dir, lieber Google-Konzern, wirklich etwas daran einen Beitrag zu den erzielten Werbeeinnahmen zu erbringen und letztlich die schaffenden Künstler zu unterstützen – egal ob groß oder klein, ob haupt- oder nebenberuflich -, dann würde ein Entgegenkommen deinerseits wohl die produktivste und wahrscheinlich auch einfachste Lösung des Problems herbeiführen.

Aber über diese wunderschönen Problematiken gibt es sowieso schon angemessen viele wunderbar objektive, aufschlussreiche und prägnante Artikel auf mehr oder weniger angesagten Blogs und Internetseiten quer durch Deutschland.
Als vollkommen unrepräsentative Beispiele wären hierbei zu nennen:

Und bei der momentanen Entwicklung des Youtube-GEMA-Prozesses darf natürlich auch folgender aufschlussreicher Link nicht hinten dran bleiben:

Generell bin ich aber der Meinung, dass die ganze Sache noch zu wenig positiv von Bloggern und Nachrichtendiensten dieser Welt beleuchtet wurde. Diese ganze kritisch-objektive und in Bezug auf den Interessenskonflikt generell pessimistische Haltung der Meinungsmacher darf nicht alleine stehen bleiben. Daher hier ein paar Anmerkungen meinerseits:

  1. Wer ein Musikstück hören möchte wird also nicht mehr dazu verleitet eine Streaming-Möglichkeit zu nutzen, sondern muss sich überlegen, woher die Musik stammen soll – ob aus dem verrauchten second-hand Plattenladen um die Ecke, aus dem Großhandelsgeschäft in der Einkaufsstraße oder doch lieber dem digitalen Vertrieb im Internet. Ganz egal wie es geschieht, gekauft wird auf jeden Fall. Das kurbelt die Wirtschaft an. Konsum ist gut und der größte Anteil am BIP Deutschlands. Die Wirtschaft ist gerettet.
  2. Die Musiker_Innen/Verleger_Innen bekommen mehr Kompetenz in Sachen Eigenvermarktung zugesprochen. Das heißt, dass ein_e jede_r nun selbst entscheiden kann/muss, welches Musikvideo bzw. welchen Musiktitel er_sie für angemessen und repräsentativ hält. Die technischen Möglichkeiten zum Musik und Videos hochladen sind schließlich frei verfügar für jede_n Urheber_In mit Webspace. Dass sich hier nun viel mehr Geldquellen (Werbung auf der eigenen Homepage, Albensnippet-Verkauf, Errichten einer eigenen Videoplattform, etc.) eröffnen als zu Youtubes Zeiten, muss wohl kaum erwähnt werden. Die Künstler sind gerettet.
  3. Youtube kann endlich die großen Serverfarmen runterfahren und sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren: Das Verbreiten der wichtigen Tagesnachrichten 17-jähriger Hipster und Emos. Die Klicks und Besuche der bei Youtube hochgeladenen Videos werden rapide sinken und die benötigten Kapazitäten spürbar sinken. Das schont die Umwelt des Menschen und noch dazu Googles Geldbeutel – eine Win-Win-Situation sozusagen.
  4. Parties laufen keine Gefahr mehr langweilig zu werden. Auf jeder Party – sei sie noch so klein und persönlich – kommt irgendwann eine helle Leuchte daher und möchte das kürzlich aufgespürte Internetfundstück der meist überschaubaren Menge interessierter Anwesender präsentieren. Das lässt sich ganz natürlich auch psychologisch erklären und beheben, soll jedoch hier unter diesem Aspekt nicht weiter thematisiert werden. Wirklich interessant wird die Abschaffung der Musikvideos auf Youtube also an der Stelle, an der ein Internetfundstück (wie so oft) mit populärer Musik hinterlegt wurde und nun einfach nicht mehr aufzufinden, geschweige denn abzuspielen ist. Mit diesem Vorwissen werden viele Parties einen altmodischeren Verlauf nehmen. Die Gefahr, dass 2-7 Leute um den PC/Laptop stehen und warten bis sie an der Reihe sind ihr Video zu präsentieren, darauf hoffend den ultimativen Knaller des Abends zu bringen. (Wobei sich zeitgleich bereits keiner für das im Moment präsentierte Fundstück interessiert.) All das wird nicht mehr passieren, da die Vlogs 17-Jähriger zumeist nicht lustig,spannend oder sonst irgendwie abendgestalterisch relevant sind. Die kommenden Parties sind also gerettet.

Die Welt wäre ein besserer Ort ohne Musikvideos auf Youtube.

Danke Google. Danke GEMA. Eine Win-Win-Situation für alle, richtig?

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~ von wartezimmer - 22. April 2012.

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