„Vereinigte Staaten von Europa“ ODER „Quo vadis, nationale Souveränität?“

•19. Juli 2012 • Schreibe einen Kommentar

ZEIT Online über die mögliche Entwicklung der „Vereinigten Staaten von Europa“.

Die „Vereinigten Staaten von Europa“ sind ein schrecklicher Begriff, wie ich finde, aber drücken wohl ganz gut aus wohin es gehen muss, damit es überhaupt weiter geht. Wir zerschellen bald daran, dass nationale Selbstständigkeit Stück für Stück beschnitten wird und der Widerstand gegen eben jenen Prozess uns dann (wieder mal) Richtung Nationalismus treiben wird. Dabei ist die Alternative so offensichtlich… Nur leider nicht ganz so leicht durchzusetzen.

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„Dirk Müller über das liebe Geld“ ODER „Die Welt geht nicht unter“

•13. Juli 2012 • Schreibe einen Kommentar

Gut zusammengefasst, rhetorisch einwandfrei, mit Respekt für den Gesprächpartner und klarem Verstand. Danke hierfür, Herr Müller.

„Vermarktungskonzepte der Musik“ ODER „Der Verbraucher entscheidet“

•13. Juli 2012 • Schreibe einen Kommentar

So langsam nervt mich die ganze Diskussion schon wirklich gehörig.

Dass jemand seine Musik kostenlos hergeben möchte und einfach nur auf Anerkennung und Ru(h)m aus ist, ist vollkommen in Ordnung, so wie ich das sehe. Dann sollte diese Person sich aber auch nicht beschweren, dass man davon nicht alleine leben kann, sondern sich mit Nebenjob(s), Teilzeitstelle oder Arbeitslosengeld über Wasser halten muss.

Wenn jemand sich hingegen dafür entscheidet, nur von Musik leben zu wollen, dann muss man damit auch Geld verdienen (dürfen). Und das setzt nunmal voraus, dass Geld fließt – sei es für digitale Kopien (MP3, OGG, FLAC, etc.) oder für Plastikscheiben (CDs, Vinyl, etc.) oder in Streamingdiensten (Rhapsody, Spotify, etc.) oder mit Werbeverträgen oder über einen Interessenverein oder mit Lizenzen für Filmmusik oder, oder, oder …

Dass ein jeder Künstler jedoch noch live und in Farbe auftreten kann, sein Merchandise verkaufen und sich seine Brötchen damit (auch heutzutage immer noch größtenteils) verdient, wird leider nur zu gerne in der Diskussion vor die Tür gestellt und ausgeschloßen. Die Sache ist, wie so oft, gesamtheitlicher zu betrachten – und das passiert momentan leider immer noch nicht wirklich.

Es ist also am Verbraucher zu entscheiden welche Art Musiker unterstützt werden soll und in welchem Ausmaß.
Dass jedoch jede Art von illegalen (also nicht mit dem/der UrheberIn abgesprochenen) Kopien vollkommen daneben und asozial sind, sollte ein jeder verstehen können.
Schließlich will ja auch kein normaler Bäcker, dass ihm die Brötchen weggenommen werden, nur weil ein anderer Bäcker seine Brötchen verschenkt. Simple Logik, bitte kurz drüber nachdenken und hoffentlich für gut befinden und befolgen.

Gleichberechtigung ist in DSA normal – warum vermittelt Herokon Online das nicht auch?

•13. Juni 2012 • Schreibe einen Kommentar

Ein offener Brief an die Entwickler und Community des MMORPG Herokon Online

Hallo liebe Community, hallo liebe Entwickler,ohne mich erst in Lobeshymnen über Spiel, Umsetzung und Design zu verlieren, möchte ich direkt zu meinem Anliegen kommen:
Das Titelbild, welches alle BesucherInnen auf dem Startbildschirm der Homepage von Herokon Online empfängt, löst nicht nur bei mir einiges an Unbehagen aus. Nach einigen Rücksprachen mit Rollenspielern und Nicht-Rollenspielern aus meinem Bekanntenkreis kam ich zu dem Schluss, dass ich diese Thematik hier gerne ansprechen würde.
Dass DSA schon seit Beginn für eine (soweit möglich) geschlechterneutrale Spielwelt steht, muss ich hier wohl nur den wenigsten Mitgliedern erzählen. In diesem Zusammenhang finde ich es leider sehr ungünstig gewählt, dass die Protagonistin des Startbildschirms (damit meine ich die blonde Elfe) in knapper Kleidung vor einem hübschen jungen Mann in Rüstung kniet – auf eher eindeutig zweideutiger Höhe. Wäre es nicht möglich gewesen dass Bild so zu gestalten, dass die Dame nicht bereits durch ihre Körperhaltung schon eine annähernd sexistische Botschaft vermittelt?
Eine meines Erachtens zufriedenstellende Möglichkeit wäre es gewesen, wenn Sie einfach neben Ihn gestellt worden wäre und die Charaktere somit „auf Augenhöhe“ miteinander für die Welt stehen würden.
Das schwarze Auge ist für mich seit jeher eine Fantasy-Welt in der es nicht primär darum geht die typischen Klischees der schlanken, leicht bekleideten Elfe und des starken Kriegers in strahlender Rüstung zu reproduzieren. Falls solche Varianten von Fantasy-Mittelalter gewollt sind, halte ich DSA nicht für geeignet und verweise auf die Vielzahl der gleich anmutenden MMOG, welche sich an sexistischen Motiven zur Genüge gütlich tun.

Die Frage die sich mir nun stellt liegt auf der Hand: Ist dieses Bild in
dieser Art und Weise reflektiert und bewusst so entstanden? Ist die
Körperhaltung sonst noch niemandem negativ aufgefallen? Ist es eher ein
unglücklicher Zufall und interpretiere ich hier gar Dinge, welche
niemand sonst bemerkt hat?

Eine Auseinandersetzung mit diesem Sachverhalt auf einem objektiven Niveau würde ich begrüßen. Eine Diskussion über die momentane Situation der Gleichberechtigung/-stellung der Geschlechter in unserer „realen“ Welt möchte ich nicht zwingend anstoßen und auch lieber vermeiden. Jegliche zweifelnde Aussage über die Sinnhaftigkeit der Gleichberechtigung werde ich schärftens verurteilend ignorieren.

Ich freue mich sehr auf eure Antworten und hoffe, euch mit den klaren Worten nicht zu sehr vor den Kopf gestoßen zu haben.

(Falls der obige Text dies nicht eindeutig vermitteln sollte, möchte ich kurz klarstellen was nicht in meiner Anregung/Kritik inbegrifen sein soll: Kleidung, Stil, gestischer und mimischer Ausdruck und/oder repräsentativer Wert der Charaktere für die Welt des schwarzen Auges. Diese Faktoren können ggf. an anderer Stelle diskutiert werden. Es geht lediglich um die Positionierung des weiblichen Charakters.)

„Facebook braucht neue Nutzungsbedingungen“ ODER „Generell dagegen“

•24. April 2012 • Schreibe einen Kommentar

Auf der Webseite von PC Games Hardware wurde darauf hingewiesen, dass noch bis zum 27.04.2012 die Möglichkeit besteht sich gegen die neuen Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerkes auszusprechen:

http://www.pcgameshardware.de/aid,879709/Facebook-Nutzungsbedingungen-Widerspruch/Internet/News/

Natürlich lässt sich das der moderne Nutzer der Dagegen-Kultur nicht gefallen und widerspricht dem ganzen Kladderadatsch gekonnt mit folgender Klausel:

„Ich lehne die Änderungen ab und fordere von Facebook die Einhaltung der Datenschutz-, Verbraucherschutz- und Urheberrechtsvorschriften in Deutschland und Europa.“

Das tut man am sinnvollsten hier:

Facebook’s Seite mit Erklärungen zu den neuen Bedingungen und drunter eine schicke Kommentarfunktion.

Und ist glücklich, etwas gegen Veränderungen beigetragen zu haben.

„smitten kitchen“ ODER „Alles neu macht der Montag, Teil 1“

•23. April 2012 • Schreibe einen Kommentar

Bei einer schier unglaublichen Menge an verfügbaren Informationen fällt es zumeist nicht sehr leicht sich zu entscheiden, welche von ihnen Mensch denn aufnehmen möchte, geschweige denn sich zu orientieren, in welche Richtung sich weiter umgesehen werden sollte. Da spielen viele Faktoren hinein und im Generellen bleibt man dann lieber beim Altbekannten. Genau dieses Verhalten möchte ich mit der Reihe „Alles neu macht der Montag“ – frei nach Hermann Adam von Kamp (1818) – versuchen zu unterbinden und die Blicke der geneigten Leser_Innen auf ein, meiner Meinung nach, interessantes, liebevoll gestaltetes oder auch einfach nur kurzweiliges Blog-Findelkind zu lenken.

Heutiger Soundtrack ist Peter Fox mit seinem Song „Alles neu„. Naheliegend, oder?

Der erste Kandidat nennt sich „smitten kitchen“ und ist schon seit einiger Zeit im weltweiten Netz zu finden. Selbst beschreibt die Autorin ihren Blog so: „Fearless cooking from a tiny kitchen in New York City.“ Und das trifft wohl auch ziemlich gut zu, denn Angst vor Neuem hat die gute Deb wirklich nicht. Der gut strukturierte Blog zeigt Einblicke in die Kochkultur einer Frau, welche Wert auf Ästhetik, Regionalität und Saisonalität legt. Der Sinn für das schöne zeigt sich ganz besonders in der meisterhaften Inszenierung der Gerichte, welche direkt einem professionellen Kochbuch entsprungen sein könnten. (Beispiele gibt es oben und unten oder natürlich in schieren Mengen auf der eigentlichen Webseite.) Die in englisch verfassten Backrezepte sind generell leicht zu verstehen und ohne Probleme nach zu kochen. Sofern man sich also nicht scheut das ein oder andere Fachwort aus dem Kochjargon nachzuschlagen, wird sich das Ergebnis sicherlich sehen lassen können – wenngleich auch die meisten Kochversuche zumindest in meinem Fall beim ersten Mal daneben gehen, so ist doch klar, dass die guten Ideen nicht nur einmal Verwendung in der eigenen Küche finden werden. Sofern ihr also auf der Suche nach neuen Ideen zum Kochen seid, dann solltet ihr „smitten kitchen“ wirklich unbedingt einen nicht zu kurzen Besuch abstatten.

Mein persönlicher Favorit (welchen ich bald mal probieren werde):

Und hier ist nochmal der Link zu der wunderbaren Kochseite.

„Minder progressiver Beitrag zur Youtube-GEMA-Keilerei“ ODER „Die Rettung naht“

•22. April 2012 • Schreibe einen Kommentar

Generell kennt heute ja sowieso schon jeder das Problem, dass es auf Youtube keine Videos mehr zu sehen gibt. Kaum kommt das kleinste Stück unverfremdete Musik darin vor, bekommt man direkt eine Blocknachricht von Youtube übermittelt, dass die GEMA – „diese hundsgemeinen Schweine“ (unbestätigtes Youtube-Zitat Ende) – die erforderlichen Musikrechte an dem Video nicht eingeräumt hat.

Na dann heul doch, liebes Youtube. Das ist für dich so schade wie für uns – du bekommst weniger Werbeeinnahmen und Webseitenaufrufe, die Nutzer bekommen weniger Musik und ein eingeschränktes Interneterlebnis. Läge dir, lieber Google-Konzern, wirklich etwas daran einen Beitrag zu den erzielten Werbeeinnahmen zu erbringen und letztlich die schaffenden Künstler zu unterstützen – egal ob groß oder klein, ob haupt- oder nebenberuflich -, dann würde ein Entgegenkommen deinerseits wohl die produktivste und wahrscheinlich auch einfachste Lösung des Problems herbeiführen.

Aber über diese wunderschönen Problematiken gibt es sowieso schon angemessen viele wunderbar objektive, aufschlussreiche und prägnante Artikel auf mehr oder weniger angesagten Blogs und Internetseiten quer durch Deutschland.
Als vollkommen unrepräsentative Beispiele wären hierbei zu nennen:

Und bei der momentanen Entwicklung des Youtube-GEMA-Prozesses darf natürlich auch folgender aufschlussreicher Link nicht hinten dran bleiben:

Generell bin ich aber der Meinung, dass die ganze Sache noch zu wenig positiv von Bloggern und Nachrichtendiensten dieser Welt beleuchtet wurde. Diese ganze kritisch-objektive und in Bezug auf den Interessenskonflikt generell pessimistische Haltung der Meinungsmacher darf nicht alleine stehen bleiben. Daher hier ein paar Anmerkungen meinerseits:

  1. Wer ein Musikstück hören möchte wird also nicht mehr dazu verleitet eine Streaming-Möglichkeit zu nutzen, sondern muss sich überlegen, woher die Musik stammen soll – ob aus dem verrauchten second-hand Plattenladen um die Ecke, aus dem Großhandelsgeschäft in der Einkaufsstraße oder doch lieber dem digitalen Vertrieb im Internet. Ganz egal wie es geschieht, gekauft wird auf jeden Fall. Das kurbelt die Wirtschaft an. Konsum ist gut und der größte Anteil am BIP Deutschlands. Die Wirtschaft ist gerettet.
  2. Die Musiker_Innen/Verleger_Innen bekommen mehr Kompetenz in Sachen Eigenvermarktung zugesprochen. Das heißt, dass ein_e jede_r nun selbst entscheiden kann/muss, welches Musikvideo bzw. welchen Musiktitel er_sie für angemessen und repräsentativ hält. Die technischen Möglichkeiten zum Musik und Videos hochladen sind schließlich frei verfügar für jede_n Urheber_In mit Webspace. Dass sich hier nun viel mehr Geldquellen (Werbung auf der eigenen Homepage, Albensnippet-Verkauf, Errichten einer eigenen Videoplattform, etc.) eröffnen als zu Youtubes Zeiten, muss wohl kaum erwähnt werden. Die Künstler sind gerettet.
  3. Youtube kann endlich die großen Serverfarmen runterfahren und sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren: Das Verbreiten der wichtigen Tagesnachrichten 17-jähriger Hipster und Emos. Die Klicks und Besuche der bei Youtube hochgeladenen Videos werden rapide sinken und die benötigten Kapazitäten spürbar sinken. Das schont die Umwelt des Menschen und noch dazu Googles Geldbeutel – eine Win-Win-Situation sozusagen.
  4. Parties laufen keine Gefahr mehr langweilig zu werden. Auf jeder Party – sei sie noch so klein und persönlich – kommt irgendwann eine helle Leuchte daher und möchte das kürzlich aufgespürte Internetfundstück der meist überschaubaren Menge interessierter Anwesender präsentieren. Das lässt sich ganz natürlich auch psychologisch erklären und beheben, soll jedoch hier unter diesem Aspekt nicht weiter thematisiert werden. Wirklich interessant wird die Abschaffung der Musikvideos auf Youtube also an der Stelle, an der ein Internetfundstück (wie so oft) mit populärer Musik hinterlegt wurde und nun einfach nicht mehr aufzufinden, geschweige denn abzuspielen ist. Mit diesem Vorwissen werden viele Parties einen altmodischeren Verlauf nehmen. Die Gefahr, dass 2-7 Leute um den PC/Laptop stehen und warten bis sie an der Reihe sind ihr Video zu präsentieren, darauf hoffend den ultimativen Knaller des Abends zu bringen. (Wobei sich zeitgleich bereits keiner für das im Moment präsentierte Fundstück interessiert.) All das wird nicht mehr passieren, da die Vlogs 17-Jähriger zumeist nicht lustig,spannend oder sonst irgendwie abendgestalterisch relevant sind. Die kommenden Parties sind also gerettet.

Die Welt wäre ein besserer Ort ohne Musikvideos auf Youtube.

Danke Google. Danke GEMA. Eine Win-Win-Situation für alle, richtig?